Unreifes Marketing für reifere Menschen
Werbetreibende sind auf dem Holzweg, wenn sie ältere Menschen
weiter als unflexible, homegene Zielgruppe betrachten. Einer aktuellen
Datamonitor-Studie zufolge zufolge sollten sie ihr Bild von Senioren
schleunig überarbeiten.
Unbestritten sind ältere Menschen ab 50 Jahren eine wichtige
Zielgruppe: ihre Zahl wächst laut Datamonitor in Europa von
127,4 Millionen in 1997 um 15 Prozent auf 147 Millionen im Jahr
2007 an. Besonders Personen im Alter von 50 bis 64 gehörten
zu den wohlhabendsten Segmenten der Gesellschaft. In 2007 hätten
sie im Schnitt 21.900 Euro im Jahr zur freien Verfügung.
Nur die wenigsten Konsumgüterhersteller vermögen es
aber, dieses Kaufkraftpotenzial wirksam zu erschließen,
meint Datamonitor-Analyst Daniel Bone. Die Menschen, die jetzt
50 Jahre alt werden, gehörten zur ersten Generation, die
in eine Konsumkultur eingebettet aufgewachsen seien und Marken
bewusst zur Identitätsbildung benutzt hätten.
Es sei ein auf überholten Stereotypen basierender Marketing-Mythos,
dass ältere Menschen weniger gewillt seien, neue Produkte
auszuprobieren. Sie seien im Gegenteil durch den Eintritt in eine
neue Lebensphase, etwa ohne Kinder im Haus, sehr experimentierfreudig
und insbesondere empfänglich für modische Produkte so
genannter youthful brands. Trotzdem müsse man die älteren
Menschen gezielter ansprechen, so Bone. Sie wollten etwa mehr
Personen ihres Alters in der Werbung sehen und seien die zunehmend
abstrakten Werbebotschaften leid. Aufpassen müssten Marketing-Verantwortliche
auch bei der Bevölkerungsgruppe der über 65-jährigen.
Mit dem sich verschärfenden Rentenproblem würden sie
eher auf die Kosten achten und müssten daher anders angesprochen
werden, als die noch im Berufsleben stehenden. |
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Studie: Deutsche über 50 Jahre sind wichtige Konsumentengruppe
Jeder zweite Deutsche über 50 Jahre macht sich lieber ein
schönes Leben, statt immer nur zu sparen. Dies fand die Nürnberger
Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei einer Befragung
von 1800 Personen im Alter von 50 bis 79 Jahren heraus. Dabei
zieht sich diese Haltung quer durch alle Altersschichten.
Damit hat sich in der älteren Bevölkerung ein Wertewandel
vollzogen, denn noch vor zehn Jahren favorisierten lediglich 27
Prozent der Befragten eine hedonistische Lebensweise gegenüber
einem prall gefüllten Sparschwein. Im Jahr 1999 waren es
bereits 39 Prozent. Verzicht ist in der älteren Zielgruppe
also immer weniger angesagt: Stattdessen ist beispielsweise das
Modebewusstsein deutlich gestiegen: Während 1992 noch 57
Prozent der Befragten angaben, dass ihnen modische Kleidung wenig
wichtig ist, sind das heute nur noch 46 Prozent. Auch in Bezug
auf Mobilität zeigen sich die über 50-Jährigen
aufgeschlossen: Fast zwei Drittel haben im vergangenen Jahr mindestens
eine Reise unternommen, knapp die Hälfte telefoniert zumindest
gelegentlich mobil.
Auch bei technischen Neuerungen greifen die Älteren zu:
So halten beispielsweise knapp zwei Drittel Navigationssysteme
im Auto für nützlich, immerhin ein Drittel beurteilt
Online-Banking und E-Commerce im Internet als positiv.
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